Kurzarbeiter-Regelung während der Corona-Krise

Kurzarbeiter-Regelung

  • Wie sieht die Flexibilisierung des Kurzarbeitergelds aus?
  • Wie kann Kurzarbeit angeordnet werden?

Was ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld (Kug) ist eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung.

Es wird unter bestimmten Voraussetzungen gewährt, wenn in Betrieben oder Betriebsabteilungen die regel­mäßige betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit infolge wirtschaftlicher Ursachen vorübergehend verkürzt wird. Dies gilt auch für die derzeitige außergewöhnliche Situation der Coronakrise.

Das Kurzarbeitergeld soll sicherstellen, dass den Betrieben die eingearbeiteten Arbeitnehmer/ -innen erhalten bleiben bzw. den Mitarbeitern die Arbeitsplätze zu erhal­ten sowie einen Teil des durch die Kurzarbeit bedingten Lohnausfalls zu ersetzen. Weitere Informationen zum Kug finden Sie bei der Arbeitsagentur

Wann kann Kurzarbeit beantragt werden?

Seit 16. März 2020 hat die Bundesregierung elementare Erleichterungen für Kurzarbeit eingeführt. Diese treten rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft und werden auch rückwirkend ausgezahlt. 

Unternehmen können somit die verbesserte Kurzarbeit beantragen es werden automatisch auch frühere Beantragungen entsprechend angepasst. 
Das bedeutet, dass nur noch 10 Prozent der Beschäftigten im Betrieb vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen (statt bisher 1/3) und den Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeiträge in voller Höhe erstattet werden, die sie bei Kurzarbeit zu zahlen haben.

Auch Zeitarbeitsunternehmen können bereits jetzt einen Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit anzeigen. 

Wie ist die Kurzarbeit zu beantragen?

Formular „Anzeige der Kurzarbeit“

Empfehlung
Beim Ausfüllen der „Anzeige über Arbeitsausfall“ sollten Sie Kurzarbeitergeld vorsorglich für alle Mitarbeiter und den maximalen Zeitraum beantragen. Erstattet wird sowieso nur das, was Sie im Nachgang im „Leistungsantrag“ mit Ihrem Steuerberater auch konkret als Kurzarbeitszeiten ausweisen.

Video mit Erklärung zur Beantragung Kurzarbeit

Welche Fristen sind beim Antrag auf Kurzarbeitergeld zu beachten?

Der Arbeitgeber muss den Antrag auf Kurzarbeitergeld (Leistungsantrag) innerhalb einer Ausschlussfrist von 3 Monaten stellen.

Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalendermonats, für den das Kurzarbeitergeld beantragt wird. Erstattet wird nur das, was Sie im Nachgang im „Leistungsantrag“ mit Ihrem Steuerberater auch konkret als Kurzarbeitszeiten ausweisen.

Was muss bei der Erfassung der Arbeitszeit der Mitarbeiter beachtet werden?

Es müssen die genauen Arbeitszeiten erfasst werden, die tatsächlich noch geleistet werden. Lassen Sie sich diese gegebenenfalls von Ihren Mitarbeitern unterschreiben.

Wie funktioniert die Auszahlung des Entgeltes bzw. des Kurzarbeitergeldes?

Überweisen Sie das Entgelt für geleistete Arbeit und das von Ihnen berechnete Kurzarbeitergeld an Ihre Mitarbeiter. Dieser Betrag wird von Ihrem Steuerberater oder Ihrer Abteilung für Lohnsteuer auf Ihre Kosten ausgerechnet.

Erst im Nachgang können Sie im sogenannten Leistungsantrag für Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur beantragen.

Was gilt für Minijobber, kurzfristig Beschäftigte, Auszubildende, Werkstudenten?

Minijobber, kurzfristig Beschäftigte (70-Tage-Regelung), Auszubildende, Werkstudenten (kommt auf Art des Arbeitsvertrages an) und Mitarbeiter, bei denen eine Kündigung erfolgt ist oder die selbst gekündigt haben, fallen generell nicht unter Kurzarbeit.

Dagegen haben „sozialversicherungspflichtige Geringverdienende“ Anspruch auf Kurzarbeit. Das Kurzarbeitergeld berechnet sich wie bei den sonstigen Mitarbeitern.

Den Mitarbeitern, die bereits vor der Kurzarbeit einen Minijob hatten, werden diese Einkünfte nicht abgezogen. Wer ab dem Zeitraum der Kurzarbeit einen neuen Minijob ausübt, bekommt diese Einkünfte von der Kurzarbeit abgezogen.

Fragen?

Falls Sie Unterstützung benötigen oder sonstige Fragen zu diesen Themen haben, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Wir stehen Ihnen gerne beratend zur Seite.

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+49 89 547143
oder per E-Mail
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